Jetboil Joule Cooking System – Kocherset für 4 Jahreszeiten im Test

Im vergangenen Jahr wurde das Jetboil Joule Kochsystem mit dem OutDoor INDUSTRY AWARD 2013 ausgezeichnet. Als Alternative zum Multifuel gedacht, leistet der Joule beachtliche Leistung als Gaskocher für 4 Jahreszeiten und haben ihm somit einen Testbericht gewidmet. Mit seiner Größe hat Jetboil den Kocher eigentlich für Alpinisten und ambitionierte, erfahrene Backpacker in Kleingruppengröße entworfen, wir fanden das Set aber auch für den normalen Campingurlaub interessant.

Das „normale“ Jetboil Sortiment war in der Regel durch eine stets vergleichbare Form geprägt, womit man in erster Linie an die Zubereitung von Trekking-Mahlzeiten und weniger an das eigentliche „darin“ kochen gedacht hat. Mit dem Jetboil Helios 200 gibt oder vielleicht sogar gab es auch mal ein Set für Kleingruppen, mit dem man auch für mehrere Personen kochen konnte. Auf der Homepage von Jetboil kann man den Helios 200 nun wohl auch nicht mehr finden, zumindestens hatten wir ihn gerade spontan nicht mehr in der Liste der Kocher finden können. Deutlich interessanter als das Helios 200 ist nun aber das Joule Cooking Set von Jetboil, denn es besitzt nun  einen größeren Topf, leichtere Handhabung und ein geringeres Gewicht.

Jetboil Joule Kochsystem

Jetboil Joule Cooking System Bild  003

Bevor man sich der äußert simplen Handhabung widmet, schauen wir mal auf die Vorzüge des Systems, auch wenn man als Otto-Normal Camper auf diese Punkte wohl eher weniger Wert legen würde. Einer dieser Punkte ist die Konkurrenz zum Mehrstoffkocher im Wintereinsatz. Glänzt der Multifuel zwar im ganzen Jahr damit, dass man nahezu unabhängig vom Brennstoff sein kann, so sind seine Vorzüge im Winter geschmälert. Das Joule System besitzt ein spezielles Druckanpassungssystem (Regulated Liquid Feed Technologie) und bietet dadurch die Möglichkeit auch bei Temperaturen bis zu -12 C eine konstante Leistung zu bekommen. Der Normalfall wäre bei einem Gaskocher ansonsten die Situation, dass die Leistung stark abfällt, sobald die Temperaturen kühler werden. Anders als bei herkömmlichen Sommer-Gaskochern ist hier nun die Kartusche kopfüber eingeschraubt, so dass nun das Gas auch im flüssigen Zustand zugeführt werden kann. Der Druckverlust durch die geringen Temperaturen im Winter wird nun mithilfe des Druckausgleichs kompensiert. Auf Winterexpeditionen ist dies natürlich besonders interessant, aber auch beim Camping ist die Fangemeinde des Wintercampings von Jahr zu Jahr größer.

Handhabung

Beim Jetboil Joule Kochsystem stand wohl neben der Leistung auch eine äußerst unkomplizierte Bedienbarkeit im Vordergrund. In sehr wenigen Handgriffen hat man das System einsatzbereit. Standfuß und Gaskartusche können in einem Beutel innerhalb des Topf verstaut werden. Zum Kochen muss man nur den Beutel hervor holen und die Kartusche in den Standfuss drehen. Sollte man sie abseits des Standfuss transportieren, so gibt es in diesem „Dreibein“-ähnlichen Konstrukt nur auf einer Seite einen Einschub, der breit genug für eine 230 g Gaskartusche wäre. Zum Kochen muss man nur noch den 2,5 Liter Topf mit Flux-Ring-Wärmetauscher in einer Vierteldrehung auf die Kocheinheit drehen, Wasser in den Topf füllen, Gas leicht aufdrehen und die Pieezozündung betätigen.

Im „Praxistest“

Zugegeben, wir haben den Kocher nicht auf einen beliebigen Berg bei einer Hochtour oder auf Expeditionen getestet, dafür jedoch ihn so verwendet, wie ihn wohl die meisten Kunden wohl am häufigsten verwenden würden: Als Campingkocher im Urlaub.

Der Kocher offenbart im Test Power. Mit einer Wärmeleistung von 10000 BTU/h hat man es beim Joulemit einem leistungsstarken Brennerkopf zu tun. Den Regler zu Beginn aus der Arretierung gelöst, lässt sich der Kocher trotzdem gut regulieren. Problemlos konnte man beim Camping auch schon mal bei schwacher Hitze das Essen kurz vor sich hin köcheln lassen, ohne dass man direkt mit Volllast kocht.

Bei der Frage „Was für Größen ihr beim Betrieb mit Schraubventil-Gaskartuschen verwenden wollt?“, bleibt bei diesem Modell vollkommen Euch überlassen. Ihr hättet so z.B. die Wahl zwischen den 100g oder 230g Kartuschen. Lediglich für eine gute Performance beim Wintercamping solltet ihr am Besten mit einer Jetpower Jetboil Kartusche den Joule verwenden. Die Leistung des Kocher kann man sehr gut an der Siedezeit (abhängig von Gasmix etc) ablesen. Nachgemessen mangels Laborbedingungen haben wir es nicht, Jetboil gibt wiederum die Zeit mit ca. 2 min 40 s für 1 Liter an. Im Umkehrschluss könnt ihr so nun 24 Liter mit einer 230 g Gaskartusche erhitzen.

Zugegeben, das Packmaß ist mit 165mm x 203mm schon etwas klobig, dafür könnt ihr im Innern noch alles mögliche verstauen und habt dafür einen stattlichen 2,5 Liter Topf dabei. Das eigentliche Kochen wird dank des einklappbaren Griffs deutlich angenehmer und sollte man das Set gerade mal transportieren wollen, so könnt Ihr den andersherum geklappten Griff auch gut dazu verwenden, dass der Topfdeckel nicht vom eigentlichen Topf gleitet. Der Topfdeckel ist wiederum wie gewohnt zugleich auch „Sieb“.

Fazit

Der Joule ist der Kocher schlechthin für Diejenigen, die sonst mit einem Campingkocher nicht klar kommen. Der anfängliche Aufbau bedarf schon keiner großen Routine, sondern ist bereits so sehr leicht und selbst erklärend. Dadurch seid Ihr schnell dabei Schnee auf Wintertouren zu schmelzen und heiße Getränke für die kleine Gruppe zuzubereiten.

Mit 790g ist er sogar verhältnismässig leicht, erst recht, wenn man tatsächlich nach einem 2,5 Liter Topf Ausschau gehalten hat. Sollte man mit weniger Volumen zurecht kommen, so dürfte das Set wohl dekadent wirken und sicherlich gibt es so dann auch leichtere Alternativen. Zum Camping war das getestete Set jedoch sehr gut und aus unserer Sicht für die Verwendung eine Empfehlung wert!

Jetboil Joule Cooking System - Kocherset für 4 Jahreszeiten im Test
Das Jetboil Joule Cooking System überzeugte als Kocherset für 4 Jahreszeiten im Test. Wer nicht nur Kleingruppen bekochen muss, sondern selber eben unterwegs auch richtig kochen will, der findet im Joule einen idealen Campingkocher.
1. Eindruck74%
Verarbeitung82%
Preis61%
Handling99%
Pro
  • robust
  • sehr leicht bedienbar
  • Trotzt kalten Temperaturen
Contra
  • Mit 189,95 € (Bergzeit) ein hoher Anschaffungspreis
  • Packmass
79%Overall Score
Reader Rating: (1 Vote)
84%

3 Responses

  1. Rene

    Den hohen Kaufpreis der kleinen Kartuschen darf man bei dem überteuerten Kocher nicht außen vor lassen und zum normalen kochen für Camper ist er kaum geeignet.

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    • Chris

      Jein. Beim „Kochen“ ist es sicherlich eine Frage der Definition. Zuhause kocht man mit diversen Töpfen und Pfannen, das Genusskochen beim Camping ist sicherlich auch erst möglich, wenn man etwas mehr Auswahl in seinen Kochuntensilien hat. Ehrlich gesagt kochen wir aber „draußen“ inzwischen meist nur noch mit einem großen Topf in dem alles zubereitet wird. In diesem Punkt hat der Joule die ideale Größe für Suppen oder Eintöpfe, wie z.B. für unser Chili con Carne.

      Beim Stichwort Kartuschen bin ich ehrlich gesagt etwas irritiert. Egal ob beim Trekking oder Camping über mehrere Wochen. Bislang hat man nie ansatzweise mehr als eine 230 g Gaskartusche benötigt und selbst diese war immer noch gefüllt. Wenn Du somit statt 110er oder eben 230er die deutlich größeren Kartuschen meinst, dann bin ich ehrlich gesagt beeindruckt, wie man diese Kartuschen im Urlaub leer bekommen kann 😉 Bei Gasflaschen können wir leider nicht mehr mitreden. Die letzten Flaschen haben wir vor 15 Jahren gebraucht und haben inzw. keine Campingkocher mehr im Einsatz die Flaschen benötigen.

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